DESI hat die ursprünglich geplante 3D-Karte des Universums abgeschlossen. Der Datensatz kann Hinweise auf eine Entwicklung der Dunklen Energie prüfen, ist aber noch kein Nachweis für eine Veränderung.
Das Wichtigste
- DESI meldete am 15. April 2026 den Abschluss der geplanten Himmelsfläche für die ursprüngliche Fünfjahreskarte.
- Mehr als 47 Millionen Galaxien und Quasare wurden vermessen, deutlich mehr als das ursprüngliche Ziel von 34 Millionen.
- Die Karte verfolgt großräumige Strukturen über rund elf Milliarden Jahre Kosmosgeschichte.
- Hinweise auf eine sich entwickelnde Dunkle Energie bleiben vorläufig und hängen von kombinierten Datensätzen ab.
- DESI beobachtet bis 2028 weiter und erweitert die Fläche von etwa 14.000 auf 17.000 Quadratgrad.
Die neueste dreidimensionale Grundkarte des Universums ist nun groß genug, um eine der wichtigsten Fragen der Kosmologie erneut zu prüfen: Wie verhält sich Dunkle Energie im Laufe der Zeit? Im April 2026 meldete das Dark Energy Spectroscopic Instrument, kurz DESI, dass es die für die ursprüngliche Fünfjahresdurchmusterung geplante Himmelsfläche abgeschlossen hat.
Eine Fünfjahresdurchmusterung über dem Ziel
DESI sollte 34 Millionen Galaxien und Quasare über etwa zwei Drittel des Nordhimmels vermessen. Der geplante Fußabdruck wurde früher als erwartet abgeschlossen; inzwischen liegen Spektren von mehr als 47 Millionen Galaxien und Quasaren sowie von über 20 Millionen Sternen der Milchstraße vor.
Das zentrale Ergebnis ist kein einzelnes schönes Bild. Jedes Spektrum verwandelt eine Position am Himmel in eine Rotverschiebungsdistanz, sodass Galaxien und Quasare zu dreidimensionalen Markern der Expansionsgeschichte werden. In der offiziellen dünnen Scheibe liegt die Erde im Zentrum des Fächers; die fernsten Punkte zeigen Licht, das rund elf Milliarden Jahre unterwegs war.
Spektren geben dem Himmel Tiefe
DESI befindet sich am Nicholas U. Mayall 4-Meter-Teleskop auf Kitt Peak in Arizona. Fünftausend robotische Positionierer setzen Glasfasern auf ausgewählte Ziele, während zehn Spektrografen das Licht in Wellenlängen zerlegen. Die Daten werden nachts an das NERSC-Supercomputingzentrum von Berkeley Lab übertragen.
Kosmologinnen und Kosmologen nutzen das Muster der Galaxienhäufung als Standardmaßstab. Baryonische akustische Oszillationen hinterließen eine bevorzugte statistische Skala in der Materieverteilung. Ihre Messung bei verschiedenen Entfernungen hilft, die Expansionsgeschichte und Dunkle Energie einzugrenzen.
Der Hinweis auf Dunkle Energie ist noch kein Urteil
Die ersten drei DESI-Datenjahre haben die Debatte belebt. In Kombination mit kosmischer Hintergrundstrahlung, Supernovae und schwacher Gravitationslinsung bevorzugen einige Datensätze Modelle, in denen Dunkle Energie mit der Zeit variiert. DESI allein bleibt jedoch mit dem Standardmodell Lambda CDM vereinbar, und die kombinierte Evidenz ist keine Fünf-Sigma-Entdeckung.
Die Karte ist fertig; die Beobachtung geht weiter
Das Team verarbeitet nun den vollständigen Fünfjahresdatensatz; erste vollständige Dunkle-Energie-Ergebnisse werden ab 2027 erwartet. DESI beobachtet außerdem bis 2028 weiter und erweitert die Fläche von etwa 14.000 auf 17.000 Quadratgrad, mit dem Ziel von rund 63 Millionen extragalaktischen Rotverschiebungen.
Die Erweiterung reicht näher an die Ebene der Milchstraße und weiter nach Süden, besucht vorhandene Felder erneut und untersucht Zwerggalaxien sowie Sternströme. Die fertige Karte schärft daher die nächsten Fragen: Braucht die beschleunigte Expansion eine sich entwickelnde Dunkle Energie, und wie formt Dunkle Materie kleine kosmische Strukturen?